Sursee: Beckenhof-Bewohner wehren sich gegen ungenügende Langsamverkehrsachse durch ihr Gebiet

08.05.2018, DZ
Mit einem 1.-Mai-Streich wiesen Anwohner auf die Unzulänglichkeiten des Wegs durch das Beckenhofquartier hin. Sie verursachten einen «Langsamverkehr-Stau» und schrieben mit Bändern «So nicht» und «Chöfiwäg».

Am 1. Mai trafen sich ein paar Leute, die mit Kinderwagen, Veloanhängern und Rollatoren auf der neu erstellten Langsamverkehrsachse zwischen Beckenhofquartier und Frieslirainpark unterwegs waren. Sie konnten zeigen, dass dort das Kreuzen mit Kinderwagen, Velos oder Anhängern unmöglich ist, und verursachten einen «Langsamverkehrs-Stau». «Kein Wunder bei einer Wegbreite von 1,4 bis 1,5 Metern und zweiseitigem Maschendrahtzaun. Eine sinnvolle Breite wären 2,5 bis drei Meter, was eine sichere und angenehme Fortbewegung ermöglichen würde», meinen die Initiantinnen der Aktion, Marie-Louise Kieffer und Rita Achermann Bucher.
Die beiden Frauen trafen sich in der Nacht zum 1. Mai und taten ihren Unmut mit farbigen Bändern (aus biologisch abbaubarem Material) kund. «So nicht» und «Chöfiwäg» schrieben sie auf diese Weise zum Beispiel in den Drahtzaun. Sie seien darüber empört, dass beim Bau dieser Verbindung die Interessen der Allgemeinheit nicht genügend berücksichtigt worden seien: «Leidtragende sind Leute mit Kinderwagen, Velofahrer, Rollstuhlfahrer und ältere Leute mit Rollatoren.» Im Verkehrsrichtplan von Sursee und Oberkirch sei dieses Gebiet als Lücke im Velo- und Fussgängernetz dargestellt. «Dass die Stadt nun eine solch unbrauchbare Lösung realisiert, ist enttäuschend. Zu einer kinderfreundlichen Stadt passt dies nicht», ärgern sich die Initiantinnen. Sie fordern die Stadtbehörden auf, an diesem Ort Abhilfe zu schaffen und bei zukünftigen Bauvorhaben Auflagen zu formulieren, welche die Interessen der Öffentlichkeit wahrnehmen.

Der Stadt ist das Problem bekannt
Wie Bauvorsteher Bruno Bucher auf Anfrage ausführt, ist das Problem der Stadt schon länger bekannt. «Der Zaun wurde auf Begehren der Grundeigentümer errichtet. Aus Sicht des Stadtrats ist die Situation, wie sich jetzt präsentiert, unhaltbar.» Man sei nun daran, gemeinsam mit der Bauherrschaft nach Lösungen zu suchen. «Doch das braucht einfach noch ein wenig Zeit», so Bucher.

RED/DZ